Evangelische Kirche im Süden Anhalts

Jahreslosung 2021

Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.
Lukas 6,36

Die Kirche in Görzig

Skyline von Görzig
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Geschichte der Gemeinde Görzig

Die Besiedlung des Gebietes in und um Görzig soll bereits vor 6000 Jahren erfolgt sein. Bis zur Christianisierung des Slawenlandes im 9. Jh., gehörte der Flecken zum Gau Coledizi. Dieser sächsischse Gau lag zwischen Halle, Wettin und Köthen. Erst im späten 10. Jh. wurde der Begriff "Grafschaft" für einen Verwaltungsbezirk verwendet. (1) 973 wurde der heutige Ort Görzig unter dem Namen Gorizka urkundlich erwähnt. 1253 wird berichtet, dass der Graf, Günther von Dornburg seine Besitzungen im damaligen Görzig an das Nicolaistift in Magdeburg verschenkte.(2) 1341- 1350 soll in dem Ort ein Schultheiß ( Bürgermeister) Thile zu Grotzik gewirkt haben. 1338 wird Görzig zusammen mit den Orten Maasdorf, Glauzig und Rohndorf von Johann von Gatersleben an die anhaltischen Fürsten AlbrechtII. und Waldemar I. verkauft. 1542 werden " die von Kalitsch" von Fürst Wolfgang mit dem Dorf belehnt. 1623 wird ein Melchior von Bodenhausen als Besitzer des Dorfes benannt.

Die Kirche in Görzig"


Dem Magdeburger Dompropsteiregister ist zu entnehmen, dass um 1370 eine Kirche in Görzig existiert hat. Dieser frühe Kirchenbau ist bis auf Baureste am Turm leider nicht mehr erhalten. Um 1706 veranlasste der Rittergutsbesitzer Hans-Heinrich von Bodenhausen zu seinen privaten Kosten, einen Neubau der Kirche. Es handelte sich um einen schlichten länglichen viereckigen Bau ohne besondere architektonische Schmuckelemente mit einem halben Achteck gen Osten. Schon um 1731 und 1866 erfolgten Reparatur- und Erweiterungsarbeiten, besonders in dem Deckenbereich. 1836/37 wurde zu Lasten des Herzogs Heinrich von Köthen, eine gewölbte Decke, ein neues Dach und neue Fenster mit gotischem Masswerk verbaut.

Unterhalb des Kirchenschiffs befinden sich 2 Grufte, welche 1836 geöffnet worden sind. Sie stammen aus den Jahren 1654 und 1700. Bestattet wurden hier:

  1. Bodo von Bodenhausen
  2. Anna Sophie v. Bodenhausen
  3. Dorothea von Bodenhausen, Gemahlin von Heinrich v. Bodenhausen, dem Erbauer der Kirche
  4. Anna Sophie von Bodenhausen

Im Rahmen eines wissenschaftlichen Praktikums im Rahmen des " Jugend forscht- Projektes" erfolgte unter der fachlichen Leitung des Fachlehrers Herrn Radzeck ( Görzig) eine Videobefahrung der Gruften. Befunde der Gruftforschung

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Kirche Görzig
Kirche Görzig
Kirche Görzig
Kirche Görzig

Der Innenraum

Der Innenraum ist durch das lange und geräumige Kirchenschiff geprägt.

Die Kanzel, jetzt hinter dem Altar, steht auf einer geschweiften Säule.

Die Kanzeltrommel hat fünf Flächen, welche mit Wappen besetzt sind. Dabei handelt es sich um die Wappen ( v.l.n.r.)

  1. Sophie von Koseritz
  2. Heinrich von Bodenhausen
  3. Dorothea von Gladebeck
  4. v. Münchhausen ( die 2. Gemahlin von Heinrich v. Bodenhausen

Auf der 5. Fläche fehlt das Wappen, welches die Inschrift trug: Sursum corda trug. (Sursum corda („Empor die Herzen“) war der Titel eines 1874 eingeführten katholischen Diözesangesangbuchs des Bistums Paderborn) Auf der erhaltenen Bande ist die Jahreszahl 1706 zu lesen. Der Schalldeckel der Kanzel stellt die Dreieinigkeit dar, symbolisiert durch Taube, Kreuz und strahlende Sonne mit dem Auge Gottes.

Der Taufstein stammt aus dem Jahr 1585 und trägt nebst Werkmeisterzeichen die Umschrift: HANS MICHEL V. BERNBURGK 1585. An 4 Seiten finden sich die Wappen derer von - v. Maltzahn; - v. d.Werder; -v. Alvensleben und -v. Pfau. Der Fuß des Taufsteins soll späteren Datums sein und aus dem 17. Jh. stammen.

Das Epitaph an der Nordseite stellt den Ritter Joseph von Pfau dar und stammt, wie der Taufstein aus dem Jahr 1585

Die Kirche wurde zwischen 2008 und 2014 umfassend im Innenraum saniert. Die Orgel befindet sich in einem sehr gut spielbaren Zustand.

Kirche Görzig Innenraum
Kirche Görzig Innenraum
Kirche Görzig Innenraum
Kirche Görzig Innenraum

Alter und neuer Friedhof und das Pfarrhaus

Das Kirchengebäude ist umrahmt von einem weitläufigem Friedhofsgelände. An der Nord- und Ostseite der Kirche befindet sich der alte Friedhof. Mehrere Grabsteine aus dem 17.und 18.Jh. sind dort aufgestellt. Besonders sehenswert sind die Grabsteine in Sarkophagform, verziert mit Rokokoornamenten. Leider sind viele dieser wertvollen Grabsteine durch den Einfluß der Witterungs mittlkerweile sehr stark beschädigt, die Ornamente nur noch teilweise zu erkennen. An der Südseite der Kirche schließt sich das heute genutze Friedhofsgelände an. Dieses wird von der Stadt Südl. Anhalt verwaltet und befindet sich in deren Eigentum.

Das Pfarrhaus befindet sich schräg gegenüber dem Kirchhof. Das große Gartengelände ist ringsum mit einer Ziegelmauer, bzw. den Mauern des Nebengelass umgeben. Auf derm Pfarrhof befindet sich ein sehr gut erhaltener und gepflegter Taubenturm, leider heute ohne Taubenbesatz. Der Pfarrhof wird in den Sommermonaten von der Gemeinde zu Feiern von kleinen und großen Festen und zu openAir- Veranstaltungen genutzt. Das heute bestehende Pfarrhaus wurde nach 1860 errichtet. In dem Haus befindet sich das Pfarrbüro und ein Gemeinderaum. Zugleich befindet sich in dem Haus auch die Wohnung des derzeitigen Pfarrers.

Kirche Görzig Friedhof
Kirche Görzig alte Grabplatten
Pfarrhaus
Taubenturm
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