Evangelische Kirche im Süden Anhalts

Jahreslosung 2021

Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.
Lukas 6,36

Die Kirche in Dohndorf

Skyline von Dohndorf
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Geschichte der Kirche und der Gemeinde

Die erste urkundliche Nennung des Ortes ist aus dem Jahr 1300 überliefert. Im Lehensregister des Fürsten Bernhard III. von Anhalt wird der Ort als "Dodendrop" genannt. Es wird davon auszugehen sein, dass zu dieser Zeit bereits eine Vorläuferkirche existierte, von welcher wir leider keine genauere Kenntnis mehr haben. Die heutige Kirche wurde in den Jahren 1882-84 erbaut. Noch lange Zeit nach dem Ende des 30-jährigen Krieges herrschte in Dohndorf wirtschaftliche Not. Nach Beendigung des 30-jährigen Krieges kam es dann 1650 zu einem Gemetzel an Angehörigen der schwedischen Armee, die diese verlassen wollten. 12 deutsche Reiter sollen in Dohndorf bestattet worden sein. Die Greultaten eines schwedischen Oberstleutnants namens "Isaaksohn" waren für lange Zeit in unguter Erinnerung bei der Dohndorfer Bevölkerung. Die Zeit der wirtschaftlichen Not wurde zusätzlich durch Pestausbrüche verschärft, die auch die Einwohnerzahl in Dohndorf weiter dezimierte. Als im 17. Jh die alte Kirche abgerissen wurde, wurden ein vergoldeter Bronzekelch, eine Hostienpatene und ein Weihekreuz gefunden. Es wird vermutet, dass der damalige Pfarrer Christoph Salmuth die Kostbarkeiten der Kirchengemeinde vor seinem Wegzug nach Köthen 1636 in der Kirche versteckt hatte, damit diese nicht plündernden Soldaten in die Hände fallen konnten. Leider verstarb Pfarrer Salmuth kurze Zeit nach seinem Umzug in Köthen an der Pest und wahrscheinlich konnte er niemandem mehr vom Versteck erzählen- oder die Beteiligten versarben gleichfalls zeitnah. Im Inventurverzeichnis von 1663 sind die wertvollen Gegenstände nicht mehr aufgeführt. Pfarrer Salmuth nahm aber das Kirchbuch mit nach Köthen. Aus diesem geht das Todesjahr des Pfarrers hervor, und auch, dass bis 1643 kein Pfarrer mehr in Dohndorf tätig war. Aufgrund des Fehlens dieses Kirchbuches in Dohndorf wurden auch keine Aufzeichnungen zu Getauften und Gestorbenen mehr angefertigt. Das Buch wurde erst 1658 für 3 Gulden von einem Köthener Apotheker eingelöst. Das Kirchbuch gibt wertvolle Einblicke in ein von Not, Elend, Pest und Krieg gebeuteltes Land! Die Dohndorfer Bevölkerung war nach Ende des 30-jährigen Krieges derart verschuldet, dass man "Geld nur vom HörenSagen her kannte". (Alfred Flemming: "Askania" 1939/40) 1718 erwarb Fürst Leopold von Anhalt 6 Anspännergüter, die den "neuen Hof" in Dohndorf bildeten. In dieser Zeit - bis 1827- kam es zu Spannungen zwischen den Dohndorfer Anspännern und dem Fürstenhaus. Die wirtschaftliche Not betraf dabei nicht nur Dohndorfer Bauern, sondern alle Schichten, einschließlich des Landadels. Erst mit Beginn des 19. Jh. war die wirtschaftliche Notlage im Dorf beendet. Dennoch wurde ein neuer Kirchbau erst 1882 begonnen. Der neue Wohlstand im Dorf spiegelte sich an dem Kirchbau wieder. Die Kirche wurde nicht mit Feldsteinen, sondern gänzlich in Klinkerziegel erbaut. Der Kirchbau stellt einen schlichten, neuromanischen Backsteinbau dar mit einem an die Westwand vorgebautem Kirchturm mit kurzem spitzem Turmhelm. Die Langhausseiten werden durch große Rundbogenfenster gegliedert, der polygonale Chor ist durch Rundbogenfries und Strebepfeiler gekennzeichnet. Die Kirche erhielt ihre Orgel einst vom Orgelbauer Rühlmann aus Zörbig. Es soll sich zugetragen haben, dass amerikanische Truppen die Pfeiffen aus der Orgel rissen und mit ihnen pfeiffend durchs Dorf zogen. Diese Darstellung ist aber nicht belegt! Während der sozialistischen DDR-Zeit wurde die Kirche in Dohndorf dann Gegenstand schlimmsten Vandalismus` und großer Zerstörung. Die Kirchenfenster und die Dachziegel wurden zerstört. Um den Innenraum der Kirche zu schützen, wurden die Fenster mit Presspappeplatten verschlossen. Gottesdienste konnten in der düsteren Kirche kaum mehr stattfinden.
Nach 1991 wurde mit der Rekonstruktion der Kirche begonnen. Mit viel Geld aus unterschiedlichsten Quellen und dem Engagement von Dohndorfer Bürgern wurden die schlimmsten Vandalismusschäden beseitigt. Noch heute ist auf der Web-Seite der Stadt Köthen, zu welcher der Ort Dohndorf seit 2004 als Ortsteil gehört, zu lesen: "Trotz des desolaten Zustands in der Substanz, prägt die Landkirche der Gründerzeit das Orts- und Landschaftsbild." Bei den Fotoaufnahmen für diese Webseite konnte festgestellt werden, dass sich die Kirche äußerlich in einem guten und ansehnlichen Bauzustand befindet und im Inneren schon viel gatan wurde.


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Kirche in Dohndorf
Kirche in Dohndorf
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